• Die Geschichte des elektrischen Stroms


    Heutzutage ist für die meisten von uns elektrischer Strom etwas Selbstverständliches. Wer denkt schon morgens unter der Dusche darüber nach, warum das Wasser, das aus dem Duschkopf strömt, warm ist. Dass Computer, Telefone, Fernsehen, ja fast alle Dinge unseres täglichen Gebrauchs, ohne Strom nicht funktionieren würden.
    Romantische Abende bei flackerndem Kerzenschein stehen bei Verliebten hoch im Kurs - besonders im Winter. Aber was, wenn die Heizung nicht für die nötige kuschelige Wärme sorgt, der CD-Spieler keine sanften Klänge produziert und der Champagner warm ist, weil der Kühlschrank nicht funktioniert?
    Elektrischer Strom - erst wenn er einmal ausfällt, wird uns bewusst, wie sehr wir auf ihn angewiesen sind, wie sehr er unser Leben und unsere Lebensweise bestimmt. Kaum auszudenken, was passieren würde, wenn wir einmal auch nur einen Tag darauf verzichten müssten.

    Dabei ist es noch gar nicht so sehr lange her, dass elektrischer Strom entdeckt und dessen Möglichkeiten nutzbar gemacht wurden. Unser Wort Elektrizität entstammt übrigens aus dem griechischen Wort für Bernstein "Elektron", denn Thales von Milet erkannte bereits 600 vor Christus dass ein Bernstein, der mit einem Stofftuch gerieben wird, leichte Fasern wie Wolle oder Federn anzieht, aber er konnte sich das Phänomen weder erklären, noch einen praktischen Nutzen daraus ziehen.
    Erst viele Jahrhunderte später wurden einige der bahnbrechendsten Entdeckungen, Forschungen und Entwicklungen auf dem Gebiet der Elektrizität von den Amerikanern Benjamin Franklin und Thomas Edison gemacht. Elektrischer Strom und seine Nutzbarmachung sind mit den Namen dieser beiden Forscher untrennbar verbunden.

    Benjamin Franklin, der Mann, der den Drachen steigen ließ
    Im Jahre 1706 wurde Benjamin Franklin, einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten von Amerika, in Massachusetts geboren. Zeitlebens befasste er sich mit der Erforschung von Elektrizität und machte sich Gedanken darüber, wie elektrischer Strom nutzbar gemacht werden könnte.
    Schon als Kind war Benjamin Franklin sehr wissensdurstig. Obwohl er die Schule bereits im zehnten Lebensjahr verlassen musste, um seinem Vater, einem Krämer und Seifenmacher, bei dessen Arbeit zu helfen, las Benjamin Franklin viel und brachte sich als Autodidakt ein enormes Wissen bei, das es ihm ermöglichte, später bis in die höchsten politischen Ämter der Vereinigten Staaten von Amerika aufzusteigen.
    Bedingt durch seine Liebe zu Büchern gab Benjamin Franklin die Arbeit bei seinem Vater auf und begann eine Lehre bei seinem Bruder, einem Buchdrucker. Später machte Benjamin Franklin sich als Buchdrucker und Verleger selbstständig, wobei er sein Interesse an den Naturwissenschaften und insbesondere der Erforschung von Elektrizität jedoch stets weiterverfolgte.
    Die Frage, ob Blitze eine Form von elektrischer Entlandung sind, beschäftigte Benjamin Franklin in besonderem Maße. Um dies zu beweisen, baute er im Juni 1752 einen Drachen, an dessen Spitze er einen Eisendraht anbrachte, und den er mit einer langen Hanfleine versah. Am unteren Ende dieser Leine befestigte er einen Schlüssel und band die Leine zur Isolation mit einem Seidenband an einen Pfosten. Als Benjamin Franklin seinen Finger an den Schlüssel hielt, konnte er Funken, die an der Leine entlang flossen in eine Leidener Flasche leiten, in der diese elektrische Ladung gespeichert wurde und für elektrische Experimente verwendet werden konnte.
    Aus diesem Drachenversuch schloss Benjamin Franklin, dass ein Blitz mit einem Draht aufgefangen werden und gefahrlos in die Erde geleitet werden kann . Daraus entwickelte er den ersten Blitzableiter der Welt, der in Philadelphia errichtet wurde.
    Der große Entdecker und Erfinder Benjamin Franklin setzte sich als Staatsmann außerdem für die Abschaffung der Sklaverei ein, wurde 1787 zum ersten Präsidenten der Gesellschaft gegen Sklaverei gewählt und unterzeichnete im gleichen Jahr die amerikanische Verfassung.
    Im Alter von 84 Jahren starb Benjamin Franklin im Jahr 1790 im Kreis seiner Familie.

    Thomas Edison, der Mann, der Licht in die Dunkelheit brachte
    1847 wird Thomas Edison als Sohn eines Holz- und Getreidehändlers geboren. Der wissbegierige Junge, der nur wenige Monate eine reguläre Schule besuchte, richtete sich bereits als 11-Jähriger im Keller seines Vaters ein Labor für seine wissenschaftlichen Experimente ein.
    Zur Finanzierung seiner Experimente druckte Thomas Edison als 14-Jähriger seine eigene Zeitung, die er in Eisenbahnzügen mit großem Erfolg verkaufte, indem er sich ein System zur Vermarktung seiner Zeitung einfallen ließ, das die Telegraphenstationen entlang der Bahnstrecke nutzte.
    Später arbeitete Thomas Edison bei einem Börsenmakler in New York und konstruierte dort einen verbesserten Börsentelegraphen, dessen Patent er für 40.000 Dollar verkaufte.
    Zu den vielen Erfindungen, die Thomas Edison in den folgenden Jahren machte, gehören der Filmprojektor, der Phonograph, das Kohlekörnermikrofon für das Telefon und natürlich die Verbesserung der Glühlampe. Auch wenn sich schon vor Thomas Edison Erfinder mit der Glühlampe beschäftigt hatten, war es keinem dieser Erfinder gelungen, deren Vorteile in praktische Nutzbarkeit umzusetzen. Erst Thomas Edison gelang im Jahr 1879 der Durchbruch mit Hilfe eines Kohlefadens, der die Glühlampe viele Stunden lang brennen ließ.
    Im Jahr 1881 stellte Thomas Edison auf der internationalen Elektrizitätsausstellung in Paris einen mit einer Dampfmaschine verbundenen Dynamo vor, mit dem elektrischer Strom erzeugt und in die von ihm nutzbar gemachten Glühlampen eingespeist werden konnte.
    Thomas Edison entwickelte auch das erste öffentliche Kraftwerk, mit dem elektrischer Strom für die Beleuchtung von Haushalten und Straßen erzeugt wurde. Dieses Kraftwerk, das allerdings mit Gleichstrom betrieben wurde und die Energieversorgung nur für einen kleinen Umkreis sicherstellte, wurde im Jahr 1882 in New York in Betrieb genommen. Edisons Konkurrent George Westinghouse erkannte kurz darauf das Potenzial von Wechselstrom, mit dem elektrischer Strom auch über weitere Strecken transportiert werden kann, weshalb sich dieses System durchsetzte.
    Thomas Edison, der Mann, der den Menschen das Leben erhellte, starb im Jahr 1931 im Alter von 84 Jahren. Viele seiner 1.500 angemeldeten Patente erleichtern uns auch heute noch das tägliche Leben.

    Neben den Erkenntnissen und Erfindungen von Benjamin Franklin und Thomas Edison hat elektrischer Strom noch viele weitere berühmte Forscher wie Galvani, Volta, Ohm, Ampère und Siemens zu bedeutsamen Entwicklungen und Entdeckungen auf diesem Gebiet inspiriert.

    Aus unserem heutigen Leben ist elektrischer Strom nicht mehr wegzudenken. Die Hinterlassenschaft dieser großen Männer, deren Entdeckungen und Erfindungen unser tägliches Leben so erleichtern, liegt nun darin, Wege zu finden, mit denen wir mit den Ressourcen, die wir nutzen, um elektrischen Strom zu erzeugen, sorgsam umgehen und sie schonen.


    Lissy mag das.
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