
Unter Leerlaufverlust versteht man den Energieverbrauch von technischen Geräten im Bereitschaftshaltung (Teilaus), auch Standby-Modus genannt.
In diesem Betriebszustand werden zwar im Vergleich zur vollen Leistung nur kleine Mengen an Energie verbraucht, doch rechnet man die leerlaufenden Kilowatt aller Geräte und Anlagen im Teilaus zusammen, kommt man auf einen Energieverlust von mehreren Milliarden Kilowatt, und in Folge auf Milliarden von Euro Verlust, alleine in Deutschland.Umgerechnet auf einen einzelnen Haushalt mit durchschnittlicher Ausstattung, in dem sämtliche Geräte nach dem tatsächlichen Gebrauch permanent in ihrer Standby-Funktion laufen, ergäbe das eine Ersparnis von rund 1.000 Euro pro Jahr.
Doch nicht nur aus finanziellen Gründen, sondern in Zeiten des Klimawandels auch im Hinblick auf die Umwelt, sollte jeder Mensch versuchen, solche Leerlaufverluste zu vermeiden.
Vor allem im Unterhaltungssektor laufen viele Geräte oft im Teilaus-Betrieb: Da ist der Fernseher, der sich in der Nacht dank Schlummerfunktion irgendwann in den Standby-Modus schaltet, oder der CD-Player, der stets auf die nächste CD wartet, und das manchmal stundenlang. Aber auch in einem Büro werden viele Geräte oft nicht abgedreht: Beim PC schaltet man oft nur den Bildschirm aus, und auch Drucker sowie Kopierer warten mit leuchtenden Dioden, lediglich in den Ruhezustand versetzt, auf den nächsten Arbeitstag.
Sehr häufig wird in der Unterhaltungselektronik dieser Bereitschaftsbetrieb auch bewusst mittels Fernsteuerung herbeigeführt, da jedes Gerät aus diesem Zustand heraus schneller wieder zum Laufen gebracht wird. Auch wenn es sich dabei nur um einige Sekunden handelt, ist das für viele Konsumenten ein großer Vorteil - allzeit bereit ist die Devise.
Leerlaufverluste treten unter anderem außerdem neben den bereits erwähnten Geräten auch noch auf bei Anrufbeantwortern, Rundfunkweckern, Dimmern mit Fernbedienung, Fernsprechanlagen, Satellitenempfängern, Steckernetzteilen, Akku-Ladegeräten, Transformatoren für Halogenlampen, fast allen Haushalts-, Büro- und Kommunikationsgeräten, Klimaanlagen, Bewegungsmeldern oder Warmwasserspeichern auf.
Doch nun schlagen Naturschutzverbände und Öko-Wissenschaftler Alarm: Die Stromverschwendung nimmt durch diesen leisen, unauffälligen Energieraub bei Geräten im Standby-Modus in Haushalten und Büros mehr und mehr zu. Die häufigsten Gründe der Energieverschwendung sind, wie bereits oben erwähnt, Zeitgewinn, außerdem ständige Empfangs-, Aktions- und Reaktionsbereitschaft, oder aber auch das Fehlen eines Netzschalters.
Etliche dieser Leerlaufverluste sind mit der heutigen Technik allerdings vermeidbar, die Reduzierung verursacht auch keine Nachteile, da der Verzicht auf die Standby-Funktion nur Gewohnheitssache ist und maximal eine geringe Beeinträchtigung der Bequemlichkeit bedeutet, die Funktionstüchtigkeit der Geräte aber nicht beeinträchtigt.
Und so werden Leerlaufverluste vermieden oder zumindest reduziert:
In der Regel sollte jedes Gerät, das mit Strom läuft, spannungslos gemacht werden, sobald man es nicht mehr verwendet.
Die billigste und auch die einfachste Variante ist dabei der Gebrauch einer Steckdosen-Leiste, die man einfach abschaltet, wodurch sofort alle daran hängenden Geräte von der Stromzufuhr getrennt werden.
Man kann allerdings auch fernbedienbare Steckdosen einsetzen, was aber den Nachteil hat, dass diese selbst einen Standby-Verbrauch haben, also diese ihrerseits einen geringen Leerlaufverlust produzieren. Außerdem benötigt man für die Fernbedienung Batterien, was wiederum einem umweltfreundlichen Verhalten widerspricht.
Weiters können Geräte mittels einer digitalen oder mechanischen Zeitschaltuhr vom Netz getrennt werden - auch hier entsteht allerdings ein geringer Leerlaufverlust, und auch hier sind meist Batterien zum Betrieb nötig.
Bei Transformatoren, etwa bei Halogenlampen, kann der Leerlaufverlust durch den Einbau von Schaltnetzteilen verringert werden.
Wer jedoch nicht auf den gewohnten Komfort verzichten will, und beispielsweise seinen Fernseher im Standby-Modus wie gewohnt, gemütlich auf der Couch sitzend, mit der Fernbedienung einschalten möchte, kann trotzdem Energie sparen. Man benötigt dafür ein Zusatzgerät, das zwischen Hauptgerät und Steckdose geschaltet wird. Dieses Zusatzgerät
sorgt dafür, dass der Fernseher über die Fernbedienung abgedreht werden kann. Andere Modelle wiederum trennen das Hauptgerät nach einer frei wählbaren Zeit der Bereitschaft automatisch vom Netz. Das Einschalten erfolgt dann erneut wie gewohnt über die Fernbedienung. Das funktioniert ebenso bei den meisten Bürogeräten, Anrufbeantwortern, sowie Warmwasserspeichern. Viele dieser Vorschaltgeräte benötigen zwar auch wieder Strom, aber deutlich weniger als das Hauptgerät.
Allerdings ist der Einsatz eines solchen Zusatzgerätes nicht der Idealfall und sollte nur eine Übergangslösung bis zur Neuanschaffung umweltschonender Geräte darstellen. Außerdem sollte bedacht werden, dass diese Zusatzgeräte Geld kosten und bei Produktion, Betrieb und vor allem Entsorgung Umweltprobleme verursachen.
Manche Stromversorger gewähren Zuschüsse für solche Zusatzgeräte, es lohnt sich also nachzufragen.
Die beste und sinnvollste Lösung um Leerlaufverluste zu vermeiden ist, wie bereits angedeutet, die Neuanschaffung energiesparender Geräte - bei der Auswahl helfen Verbraucher- und Energieberatungsstellen.
Ein klarer Hinweis auf Energieeffizienz von Bürogeräten wie PC, Laptop, Kopierer, Faxe und Drucker, wie auch von Fernsehern, ist das Umweltloge "Blauer Engel". Produkte mit dieser Kennzeichnung klären den Verbraucher darüber auf, dass das Produkt nicht nur weniger Strom benötigt, sondern auch in jeder anderen Hinsicht die Umwelt weniger belastet als andere Geräte.
Außerdem kann man unter anderem Fernseher und Videorecorder, Rechner, Monitore, Drucker, Kopierer und Faxgeräte mit geringen Leerlaufverlusten an dem GEA-Energiesparzeichen erkennen, dieses tragen exklusiv nur die stromsparendsten Geräte am Markt.
Generell gilt: 1 Watt an Leistung muss ausreichen, um ein Gerät in Bereitschaft zu halten. Bei einer Neuanschaffung sollte man darauf achten, dass das Produkt einen Netzschalter hat, und dass dieser so angebracht ist, dass man leicht jederzeit betätigen kann.


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